Einnässen (Einfache Sprache)
Mein Kind nässt ein
Was bedeutet Einnässen?
Manche Kinder verlieren Urin.
Das passiert, obwohl sie das nicht wollen.
Das nennt man Einnässen.
Fachleute sagen auch Harninkontinenz.
Erst ab dem 5. Geburtstag spricht man von Einnässen.
Vorher lernen viele Kinder noch, ihre Blase zu kontrollieren.
Wie lernen Kinder das?
Kinder lernen nach und nach:
Jetzt gehe ich auf die Toilette.
Sie lernen, den Urin eine Zeit lang in der Blase zu behalten.
Das braucht Zeit.
Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo.
Warum nässen Kinder ein?
Die meisten Kinder sind gesund.
Sie haben keine Krankheit.
Die Blase ist noch nicht vollständig entwickelt.
Darum kann Urin ungewollt abgehen.
Das Kind macht das nicht mit Absicht.
Welche Formen gibt es?
Es gibt zwei Formen.
Einnässen in der Nacht
Das Kind nässt im Schlaf ein.
Einnässen am Tag
Das Kind nässt ein, obwohl es wach ist.
Wie häufig ist Einnässen?
Einnässen in der Nacht
Jungen nässen nachts etwas häufiger ein als Mädchen.
Von 100 Kindern im Alter von 7 Jahren nässen etwa 10 Kinder nachts ein.
Von 100 Kindern im Alter von 10 Jahren sind es noch etwa 5 Kinder.
Viele Kinder werden mit der Zeit von allein trocken.
Einnässen am Tag
Einnässen am Tag kommt seltener vor.
Mädchen sind etwas häufiger betroffen als Jungen.
Von 100 Kindern im Alter von 7 Jahren nässen etwa 2 bis 3 Kinder tagsüber ein.
Auch hier werden viele Kinder mit der Zeit von allein trocken.
Woran merkt man das?
Kinder, die einnässen,
schämen sich oft,
sind traurig oder unglücklich,
trauen sich manchmal weniger zu,
möchten das Einnässen geheim halten,
spielen manchmal nicht gern mit anderen Kindern,
machen sich viele Gedanken.
Auch Eltern sind oft belastet.
Sie
machen sich Sorgen,
fühlen sich manchmal schuldig,
sind erschöpft oder frustriert,
schlafen manchmal schlecht.
Was können Sie tun?
Sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.
Dort bekommen Sie Rat.
Wenn nötig, bekommen Sie eine Überweisung.
Dann kann Ihr Kind von weiteren Fachleuten untersucht oder behandelt werden.
Hilfe gibt es zum Beispiel bei:
Fachärztinnen und Fachärzten,
Therapeutinnen und Therapeuten,
dem Zentrum für Sozialpädiatrie und Frühförderung Trier.
Sie beraten Kinder und Eltern.
Gemeinsam wird nach einer passenden Behandlung gesucht.
Das Wichtigste
Schimpfen Sie nicht mit Ihrem Kind.
Das Einnässen passiert nicht mit Absicht.
Mit Geduld und der richtigen Unterstützung werden viele Kinder trocken.