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Trennung und Scheidung

Ist Ihre Ehe gescheitert, kann sie vom Familiengericht geschieden werden. Einen Scheidungsantrag können Sie in der Regel stellen, wenn Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin ein Jahr getrennt voneinander gelebt haben. Vor diesem Zeitpunkt ist eine Scheidung nur möglich, wenn die Fortsetzung der Ehe für den die Scheidung anstrebenden Ehepartner oder die -partnerin eine unzumutbare Härte wäre.

Hinweis: Mit rechtskräftiger Scheidung erlischt im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung Ihre Familienversicherung. Dem unterhaltsberechtigten geschiedenen Ehepartner oder der -partnerin bleibt ein Recht zur freiwilligen Weiterversicherung. Den Beitritt müssen Sie der Krankenkasse innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten nach Rechtskraft der Scheidung anzeigen.Wenn Eltern sich zu einer Trennung entschlossen haben, endet damit nicht ihre Elternverpflichtung bei gemeinsamen Kindern.

Elternverantwortung nach Trennung oder Scheidung

Das Gesetz geht davon aus, dass Eltern in der Lage sind, eine gemeinsame Basis für ihre Erziehungsverantwortung zu finden. Deshalb bleibt es im Falle einer Scheidung grundsätzlich beim gemeinsamen Sorgerecht von Mutter und Vater. Das Gericht wird nur dann tätig, wenn einer der Elternteile das alleinige Sorgerecht beantragt. Einem solchen Antrag wird stattgegeben, wenn der andere Elternteil zustimmt und das Kind nicht widerspricht. Zu einem Widerspruch ist das Kind ab dem 14. Lebensjahr berechtigt. Ist der andere Elternteil nicht einverstanden, prüft das Gericht, ob der eingereichte Antrag dem Wohl des Kindes entspricht.

Besteht das gemeinsame Sorgerecht geschiedener Eltern fort, kann der Elternteil, bei dem das Kind lebt, in Dingen des täglichen Lebens allein entscheiden. Die Eltern müssen sich aber in Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung verständigen. Das sind beispielsweise Entscheidungen, die auf die Entwicklung ihres Kindes Auswirkungen haben, wie etwa Fragen der Schullaufbahn oder Berufsausbildung.

Für die Kinder ist die Frage des Umgangs mit dem Elternteil, der nicht mehr mit der Familie zusammenlebt, von besonderer Bedeutung. Das Gesetz bestimmt: „Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet.“ Umgang gilt also nicht nur als Recht und Pflicht der Eltern, sondern ist vor allem ein Recht des Kindes. Auch hier ist die elterliche Kooperation entscheidend. Bei Problemen kann es sinnvoll sein, den fachkundigen Rat einer Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen (z. B. auch eine Ehe-, Familien-, und Lebens-, Erziehungs- oder Jugendberatung). Ist keine Einigung möglich, kann das Familiengericht angerufen werden.

Wirtschaftliche Folgen einer Trennung oder Scheidung

Eine Trennung oder Scheidung verändert meist auch die wirtschaftliche Situation und kann zu finanziellen Schwierigkeiten führen. Lassen Sie sich deshalb juristisch beraten. Gegebenenfalls muss zusätzlich der Rat einer Schuldnerberatungsstelle eingeholt werden.


Quelle: Ratgeber Familie RLP

Familienmediatorinnen und -mediatoren unterstützen Sie dabei, eine Trennung einvernehmlich zu gestalten. Weitere Informationen und Kontaktdaten erhalten Sie beim Mediationsforum Trier.

Kochen die Emotionen noch zu hoch? Ist eine konfliktfreie Kommunikation noch nicht möglich? Vielleicht kommt für Sie ein Training für Eltern in Trennung in Frage.

Die Beratungsstellen der Stadt Trier unterstützen Sie gerne, um gemeinsam den Blick auf Ihre Kinder zu behalten.


Buchtipp:
Jesper Juul/Matthias Voelchert: Geborgen und stark. Wie Eltern in Trennung Orientierung und Halt geben, Kösel Verlag 2022.

Wenn sich Eltern trennen, stehen sie vor einer schwierigen Aufgabe: Wie erkläre ich die Situation meinen Kindern? Wie berücksichtige ich die Gefühle und Reaktonen der Kinder am besten? Wie lässt sich das Familienleben in zwei Haushalten verlässlich gestalten, sodass die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden? Und was tun, wenn's hakt?

Der dänische Familientherapeut Jesper Juul beschreibt in diesem Buch, wie Eltern die Trennungssituation für ihre Kinder einfühlsam gestalten und so dafür sorgen, dass diese weiterhin geborgen und stark aufwachsen.

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